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Sie befinden sich hier Biographie Stellungnahmen Der obszöne Irak-Krieg

Dritte Stellungnahme zum Krieg gegen den Irak





Danke, Mr Bush!
NEIN ZUR SCHÄNDUNG UNSERER HEILIGEN STÄTTEN DURCH DIE KINDESMÖRDER!

Es gibt keine größerer Gefühllosigkeit und Immoralität als das Gerede über die Nachkriegszeit in Irak.

Das zerstückelte Opfer windet sich verzweifelt unter den tödlichen Anschlägen des Verbrechers, während Europa nicht wagt, das Opfer anzusehen, nicht wagt, den Verbrecher anzusehen, nicht wagt, das Massaker anzusehen, aber über seine Beteiligung an den Profiten diskutiert, die sich aus der Beerdigung eines ganzen Volkes ergeben.

Eine ungeheuerliche Haltung, die die moralischen Werte besudelt, von denen man annehmen dürfte, dass sie Europas Grundlage darstellen und auf denen nun die Union erweitert werden soll.

Sie besteht nicht mehr, die europäische Union! Die europäische Union wurde getötet von den Bush, Blair und Aznar, die die barbarische Invasion des Iraks beschlossen haben, was die Verneinung von Europas Quintessenz als moralische Entität bedeutet, welche die internationale Legalität und die Rechte der Völker achtet.

Danach wurde sie gebrandmarkt durch die Entscheidung der Kandidaten-Länder: Polen, Tschechei, Slowakei, Lettland, Litauen, Estland und Ungarn, zusammen mit den Regierungen von Italien, Portugal, den Niederlanden und Dänemark an dieser verbrecherischen Tat mitzuwirken.

Von welchem Europa also sprechen wir? Am 16. April, dem Festtag in Athen zu Ehren des Europas der 25, werden die toten Zivilpersonen und die Verletzten im Irak zu Zehntausenden sein, die Zerstörungen gehen ins Unermessliche.

Warum? Welches sind die moralischen Prinzipien und die humanen Werte, die die Hälfte der europäischen Regierungen zusammen mit den USA in Irak verteidigt haben? Auf der Grundlage welchen humanen, nationalen, internationalen Rechts haben sie ein Land grundlos überfallen und wandeln es, Leid und Tod säend, um zu Ruinen?

Und welchen Bezug können wir Griechen zu denen haben, die kaltblütig Frauen und Kinder ermorden, wissend, dass die geschieht, erstens, damit die amerikanischen Verantwortlichen die Ölquellen unter sich aufteilen können, und zweitens, damit sie den Irak in ein amerikanisches Protektorat umwandeln können, das den ganzen Mittlere Osten militärisch kontrollieren wird.

Aus welchem Grunde sollten wir Griechen mit Konzepten und Praxen koexistieren, die wir bisher vom ethischen Standpunkt als unmoralisch angesehen haben und wofür wir geblutet haben, um sie von der Erdoberfläche zu beseitigen?

Unser Europa, das unseren eigenen Prinzipien und unserer Geschichte entspricht, ist das Europa des Friedens, der internationalen Legalität, des Respekts der souveränen Rechte aller Völker der Erde, vor allem aber des Respekts des Lebens und der menschlichen Werte.

Griechenland hat in seiner rezenten Geschichte nie Umgang gehabt mit Ideologien und Praxen, die diese unverletzlichen moralischen Prinzipien verachten und unschuldige Völker und Einzelmenschen hinmorden.

Die griechische Regierung beleidigt uns, wenn sie dermaßen auf dem Vorwand eines nicht existierenden vereinten Europa besteht, das in der Praxis Regierungen reinwäscht, die das Blut der unschuldigen Kinder Iraks an ihren Händen haben.

Wenn das griechische Volk wirklich mit den angeführten Prinzipien einverstanden ist, muss es seinen Willen durch Taten beweisen.

Athen, 9.4.2003





Mikis Theodorakis

Traduction française: © Héraclès Galanakis & Guy Wagner



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© Guy Wagner - FILIKI 1996-2009