Mikis Theodorakis hat der Nachwelt die Dokumente seines Lebens überliefert. Seine persönlichen Archive werden der Musikbücherei Lilian Voudouri zukommen. In einer ergreifenden Feierstunde, am Dienstag, den 16 Dezember 1997, wurde die Übergabe offizialisiert.
Theodorakis schrieb seine ersten Lieder 1937 in Patras (Peloponnes). Seither sind sechzig Jahre vergangen, und der Komponist schuf ein gewaltiges Werk, das oft unter dramatischen Umständen enstand. So findet man in seinen Archiven die Originale seiner Kompositionen: Lieder, Kammermusik, Symphonien, Oratorien, Opern, Musik für Bühne und Film, aber auch politische Artikel, Bücher, Kommentare und Rezensionen zur Musik und zum Zeitgeschehen, Berichte, Analysen, Reportagen, Essays.
Christos Lambrakis, Medienzar, Pressemogul, Vorsitzender der Symphonischen Halle Athens, Megaron, erklärte, es sei wohl zum ersten Male, daß ein Künstler zu Lebzeiten seine Archive dem Publikum zugänglich gemacht hat.
Ein sichtlich gerührter Theodorakis, der gesundheitlich in guter Form schien, dankte seinen Freunden aus aller Welt, die eigens zu dieser Gelegenheit nach Athen gereist war, für ihre jahrelange Unterstützung. In besonders herzlichen Worten dankte er zwei Menschen, die ihr leben in den Dienst seines Werkes und seines Erhalts gestellt haben: "mein Vater Georgios Theodorakis und meine Frau Myrto".
Theodorakis sagte, er übergebe seine Archive der Musikbücherei um zu verhindern, daß eine natürliche Katastrophe zur Zerstörung seines Lebenswerkes führen könnte, - eines Werkes, das immer im Zeichen der Suche nach der universellen Harmonie und seines Pflichtebwußtseins als "Bürgers" entstanden sei und gestanden habe. Es gebe daher für ihn keine aufregendere Erfahrung als jene, die darin besteht, daß andere Menschen seine Musik hören und singen.
Der Zeremonie folgte ein kurzes Konzert. Sophia Michailidou sang mit ihrer ausdrucksstarken Stimme zwei Melodien aus dem "Zorba"-Ballett. Das Orchester "La Camerata", gab unter der Leitung von Loukas Karytinos, den großen Spezialisten für die Musik von Theodorakis, gab eine spannende Darbietung des Scherzos aus Theodorakis' "Sinfonietta". Der klar gegliederte Dialog zwischen Stella Gadedi (Flöte) und Alexandra Papastefanou (Klavier) war meisterlich.
Die selbe Flötistin, sowie der brillante Klarinettist Styros Mourikis und der Trompeter Sokratis Avtis waren die Solisten des "Adagios", das Theodorakis 1993 für die Opfer des Bosnienkrieges komponiert hat. Mikis selbst dirigierte dieses Werk und machte es zu einem wahrhaft ergreifenden "Moment musical".
© 1997 by Guy Wagner
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Theodorakis dirigiert Theodorakis
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Ce texte a été publié dans l'édition du 31.12.1997 de l'hebdomadaire "Le Jeudi"
© 1997 by Guy Wagner
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