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Bündnis: Stoppt den Krieg 15/2/2003





Die hässliche Fratze des Krieges
Nach Jugoslawien, nach Palästina und nach Afghanistan, ist die Stunde des Iraks gekommen.

Innerhalb einige Jahre nur, ist es zum vierten Mal, dass wir uns auf demselben Platz versammeln, um unseren Widerstand gegen die Tätigkeiten und die verbrecherischen Pläne der einzigen Supermacht hinauszuschreien.

Mit dem Unterschied allerdings, dass wir bisher fast allein in ganz Europa waren, um unsere Wut zu verkünden, während heute 90% der Franzosen und der Deutschen, 80% der Italiener und der Spanier, und sogar 70% der Engländer sich im Lager des Friedens wieder finden.

Heute verkünden in 70 Städten der Welt Millionen von Menschen ihren Willen, gegen den Krieg zu kämpfen, damit der Frieden geschützt werde. Damit die Strategen der Katastrophe isoliert werden.

Bis vorgestern, sagten die Amerikaner uns, dass ihr Land von den Talibans bedroht werde, durch El-Kaida und Osama bin Laden.

Unter dem Vorwand sich zu verteidigen, haben sie daher ihre Kriegs-Armada Tausende von Kilometern von den Vereinigten Staaten entfernt transportiert, nach Afghanistan.

Sie haben Städte ausgebombt, Dörfer zerstört, Häuser, Schulen, Krankenhäuser verbrannt. Sie haben Tausende von unschuldigen Opfern, Frauen, alte Leuten, Kindern hingemetzelt.

Das Endergebnis war allerdings, dass der, für den dieser blutige Krieg gegen das afghanische Volk angezettelt wurde, ihnen entkommen ist.

Nach diesem Fiasko hat der Präsident Bush gesucht und ein neues Böse gefunden. Weil, so scheint es, die schreckliche Kriegsmaschine atmet und lebt durch das Böse, denn nur so wird die Doktrin präventiver Kriege gerechtfertigt.

Die Amerikaner sagen uns also, ihr Land sei vom Land des Bösen bedroht, das Irak heisst. Aber, für was halten sie uns denn alle? Für Dummköpfe?

Warum sagen sie uns nicht klipp und klar, dass sie um jeden Preis Krieg führen werden, weil das ihnen so gefällt? Weil sie glauben, dass sie derart mächtig sind, dass niemand sich ihnen widersetzen kann? Und der es wagen sollte, sich ihnen zu widersetzen, auf die eine oder andere Weise vernichtet wird? Das ist es, das Recht des Stärksten. Dies ist das Gesetz des Dschungels.

Diese Drohung, dieses Ultimatum, haben wir bereits gehört. Als es eine Supermacht gab: Hitlers Deutschland. Und als es Regierungen gab, die Vermittlung suchten, aber am Ende Hitler nicht nur nicht verhindert haben, sondern ihre Völker in der Katastrophe geführt haben.

Die Amerikaner wiederholen in allen Tonarten, dass ihr einziger Feind Irak sei und dass von ihm allein Gefahr droht.

Ihr Krieg, sagen sie uns, wird wieder defensiv sein. Darum haben sie erneut ihre Krieg-Armada Tausende von Kilometern von den Vereinigten Staaten entfernt transportiert. Dieses Mal ist sie fast zehnmal so gross im Vergleich zur Vorhergehenden. Und das, allein um sich gegen dieses Land des Bösen zu verteidigen, das Irak heisst!

Am ersten Tag werden sie nur drei tausend Raketen starten, um damit fertig zu werden. Aber da sie nicht sicher sind, dass sie das erwartete Ergebnis erzielen werden, werden sie Zehntausende von Raketen, Bomben, Flammenwerfer benutzen, um dieses Land des Bösen zu verbrennen, das Irak heisst! Aber da sie immer noch nicht sicher sind, dass sie das erwartete Ergebnis erzielen werden, werden sie auch noch Hunderte von Tanks, sowie Zehntausende von Soldaten hinschicken, um sich vom Ergebnis zu überzeugen. Und dies alles das für den alleinigen Irak. Der, schließlich vielleicht die Zeit gehabt haben wird, sich unter den Hekatomben von Leichen zu verbergen.

Die Fachleute schätzen die Kollateralschäden auf 500.000 Opfer, damit Saddams Drohung gegen das Amerika Bushs und das Großbritannien Blairs aufhört. Mit 500.000 unschuldigen Opfern rechnen sie, dass die Kultur der Amerikaner gerettet wird und die amerikanischen Bürger ruhig schlafen können.

Und was geschieht nach Saddams Ende? Ich denke, das nächste Land des Bösen wurde schon gefunden. Das nächste Ziel. Und so, von Massenmord zu Massenmord, von der Unterdrückung eines Volk nach dem anderen, beabsichtigt das Pentagon, die Straße frei zu räumen für seine endgültige Herrschaft, die Pax Americana auf planetarischer Ebene. Und das bis ans Ende der Zeiten...

Vor dieser erschreckenden Perspektive für die Menschen, lautet die Frage: Was werden wir tun, wir die einfachen Bürger? Werden wir uns vor M. Bush niederknien, ihn anflehen: „Schlachten Sie uns als Versöhnungsopfer ab“?

Ich schreie NEIN.
NEIN zu Bush. NEIN zum Krieg.
JA zum Widerstand. JA zum Frieden.


Platz der Verfassung, Athen, 15.2.2003


Mikis Theodorakis





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