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DIE EMPÖRTEN DES SYNTAGMA-PLATZES





Proteste in Athen


Bei einer weiteren Versammlung der so genannten „Empörten des Syntagma-Platzes“ in Athen kam es am gestrigen Abend erstmals zu einem Zwischenfall, als Demonstranten den Ausgang des Parlaments blockierten.

Zwei Stunden konnten weder die Volksvertreter noch Angestellte das Gebäude verlassen oder betreten. Die stellvertretende Außenministerin Mariliza Xenogianakopoulou vertrat angesichts der Aktion gegenüber einem Fernsehsender die Auffassung, dass man die Politik und die Demokratie nicht mit Füßen treten dürfe.

Zuvor hatten sich bereits mehrere tausend Menschen vor dem alten Universitätsgebäude versammelt. Unter den Rednern war auch der Komponist Mikis Theodorakis.

Die „Empörten“ kommen seit einer Woche spontan via Facebook und Twitter zusammen und protestieren vor dem Athener Parlament, aber auch vor dem Weißen Turm in Thessaloniki sowie in anderen Städten des Landes.

Bisher verliefen die nicht parteipolitisch gefärbten Proteste äußerst friedlich. Die Kundgebungsteilnehmer fordern u. a. Veränderungen im politischen System, Abschaffung des mit der „Troika“ (Europäische Kommission, Europäische Zentralbank und Internationaler Währungsfonds) unterzeichneten Memorandums sowie eine bessere Lebensqualität. Als Vorbild für die Proteste gelten die „Los indigados“ aus Spanien. Auf einem Transparent in Spanien war vor einigen Wochen zu lesen: „Leise, weckt die Griechen nicht“. Darauf antworteten vergangenen Mittwoch die Athener mit ihrem Plakat: „Wir sind wach – wie spät ist es? – Es ist Zeit, dass sie gehen!“

Bisheriger Höhepunkt der Proteste war der vergangene Sonntag. Die Polizei bezifferte die Zahl der Demonstranten in Athen an diesem Tag auf 45.000, während die Organisatoren von 80.000 bis 100.000 Teilnehmern sprechen. Der 29. Mai war auch europaweiter Protesttag, und für den kommenden Sonntag (5. Juni) ist bereits der nächste angekündigt worden.

Griechenland Zeitung / eh, Foto: Eurokinissi



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