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DETAILS ZUM BERLINER KONZERT







Mikis Theodorakis feiert 2010 seinen 85. Geburtstag. Er ist der bedeutendste griechische Komponist und wahrscheinlich der berühmteste Grieche überhaupt. Er hat Songs und Sinfonien, Ballette und Opern, Filmmusiken und Kammermusik komponiert. Mit der Melodie zum Film »Alexis Sorbas« wurde er weltbekannt. Bis heute sind weltweit über 60 Millionen Schallplatten und CDs mit seiner Musik verkauft worden.

Das künstlerische Schaffen dieses Komponisten und sein damit eng verbundenes gesellschaftliches Engagement sind Ausdruck griechischer Kultur und Geschichte, wie man es in diesem Ausmaß und in dieser Intensität schwerlich in der Biografie anderer Persönlichkeiten finden wird. Im II. Weltkrieg und im folgenden Bürgerkrieg beteiligt Theodorakis sich aktiv am Widerstand, wird verhaftet und gefoltert. In den 50er Jahren beginnt er mit seiner Sinfonik und seinen Balletten in der internationalen Musikszene Fuß zu fassen. Anfang der 60er Jahre löst er in Griechenland mit seinen Liedern, die zumeist auf der Lyrik der bedeutendsten griechischen Dichter basieren, eine Kulturrevolution aus. Als 1967 das griechische Militär putscht, wird die Musik von Theodorakis verboten und er selbst verhaftet. Dank einer internationalen Solidaritätsbewegung kann er ins Exil gehen und engagiert sich von dort aus weiter gegen die Junta. Mit seinem Orchester startet er eine Welttournee. Diese Auftritte sind höchst wirksamer Ausdruck des Protests gegen das faschistische Regime, das Griechenland beherrscht. 1974, nach dem Sturz der Diktatur, kehrt Theodorakis in seine Heimat zurück und wird als Volksheld gefeiert.

Das Festival Musik und Politik widmet dem großen griechischen Komponisten Mikis Theodorakis anlässlich seines bevorstehenden 85. Geburtstags eine Ausstellung und ein Konzert. Griechische und deutsche Künstler treffen sich, um seine Songs zu interpretieren und dem griechischen Komponisten ihren Respekt zu bekunden.

Jasin Challah ist “Halbgrieche”, Schauspieler und Comedian bei Film und Fernsehen, schreibt und inszeniert Kurzfilme und produzierte Comedy-Formate für verschiedene Fernsehsender. Die Musik zu seinen Projekten macht er am liebsten selbst. Zur Zeit arbeitet er als Texter für Kosta Rapadopoulos, der Theodorakis in einem Interview auf den Zahn fühlen und dafür sorgen wird, dass mögliche, angestaute Rührung auf Seiten des Publikums sich in Lachern befreien darf.

jayrope veröffentlichte ab 1997 – nach mehrjähriger Arbeit als Recording Engineer für Atari Teenage Riot und Alec Empire, mit Projekten wie Air Cushion Finish, Girls United, Prinzenallee, Rope, the Sighs und Vedette – über 20 Alben unterschiedlichster Stile, Traditionen und Sparten wie Freak Folk, Noise, elektroakustische, improvisierte Musik oder Hip Hop. jayrope kooperierte live und auf zahlreichen Veröffentlichungen mit Künstlern wie Arto Lindsay, Maria Farantouri, Rechenzentrum oder auch Raz Ohara. jayrope schreibt Musik für modernen Tanz, Theater und Film und ist regelmässig auf internationalen Festivals zu sehen und zu hören.

Barbara Kellerbauer studierte in den 60er Jahren an der Hochschule für Musik “Carl Maria von Weber” in Dresden Gesang und wirkte in der Gruppe Pasaremos mit, die u.a. den Liederzyklus „Griechentum“ von Mikis Theodorakis aufführte. Sie wird von der Presse als sensible, warme, nie bekehrende, sondern rein an der Kraft der Lieder orientierte Interpretin gefeiert. Ob Heine, Brecht, Brel, Kalau, Steineckert, Reimann oder Theodorakis - Kellerbauer wird unserem Abend eine „teure“ Note geben: „Kein Abend der billigen Unterhaltung, aber Stunden des Einverständnisses mit einer klugen Auswahl bester Gedanken und Einfälle vor allem Bertolt Brechts, dessen Gedicht „An die Nachgeborenen“ allgegenwärtig sein sollte… Barbaras „Tango“, der das gesamte Podium des Forumtheaters ausfüllt, löste nochmals Beifallsstürme aus.“ (FAZ)

Obwohl sich die Musik Rainer Kirchmanns vieler verschiedener Stile bedient (Rock, Chanson, Weltmusik), ist sein Werk durch eine klare Handschrift geprägt. Seine bis in die Höhen des Countertenors reichende Stimme sowie sein unorthodoxes Piano – und Gitarrenspiel bringen krasseste musikalische Gegensätze letztlich auf einen gemeinsamen Nenner. Kirchmann hat in mehren Rockbands gespielt und unter anderem den Wendesong der Ostberliner Band PANKOW „Langeweile“ komponiert. Seit 2002 tritt er solistisch auf und seit 2009 gibt es das Rainer Kirchmann Trio.

Wer immer sich aufgrund des Namens Nick Nikitakis zu der einfachen Erinnerung an Bouzoukisounds und Sirtakirhythmen aus dem Griechenlandurlaub verführen lässt, der ist auf dem Holzweg. Geboren in Griechenland und aufgewachsen in Köln verbindet Nikitakis Jazz- und frühe, amerikanische Blueselemente mit Rebetiko, dem griechischen Pendant zum Blues. Seine Musik ist ein hochexplosiver Stoff, gebraut aus traditioneller griechischer Folklore, versetzt mit swingendem Jazz, durchzogen von der Allgegenwart musikalischer, Kölner Wurzeln. Das Ganze nennt sich Rebetiko-Blues. Was dieser mit den Theodorakiskompositionen anstellen wird? – Wir dürfen gespannt sein.

Petros Pandis gilt seit Jahren als einer der einfühlsamsten und ausdrucksstärksten Interpreten der Lieder von Mikis Theodorakis. Er arbeitet seit 1971 mit dem griechischen Komponisten zusammen und hat unter dessen Leitung bei über 1.000 Konzerten in 45 Ländern gesungen. Petros Pandis war außerdem bei zahlreichen Solo-Auftritten überall auf der Welt zu erleben.

Kostas Papanastasiou ist einem breiten Publikum vor allem bekannt als “der Grieche aus der Lindenstraße”. Vor seinem ersten Auftritt in der deutschen Vorabendserie
besaß sein griechisches Lokal “Terzo Mondo” bereits Kultstatus in Westberlin. Hier veranstaltet er Konzerte und Lesungen mit Künstlern aus aller Welt. Als Schauspieler ist Kostas Papanastasiou für Film und Fernsehen sowie auf der Bühne aktiv. Bundesweit gibt er Konzerte mit griechischen und südeuropäischen Liedern. Außerdem unterrichtet er an der Berliner Kunsthochschule als Dozent für darstellende Geometrie und Perspektiven.

Die Sängerin und Schauspielerin Gina Pietsch hat über fünfunddreißig Soloabende im Repertoire, sechzehn davon zu Brecht, die weiteren basierend auf Texten von Bachmann, Braun, Fried, Gernhardt, Goethe, Hacks, Heine und anderen. Sie hat bei Gisela May und Ekkehard Schall gelernt und unterrichtet seit 1992 selbst im Fach Gesang und Interpretation. Als sie vor einigen Jahren einen Theodorakis-Abend präsentierte, schrieb die Presse anerkennend, sie habe es vermocht, “den Menschen, Komponisten, Dichter und Politiker Mikis Theodorakis so darzustellen, als sei er zugegen.”

Rainer Rohloff, Gitarrist, Komponist, Arrangeur und Produzent, ist seit 1987 Mitglied der Gruppe L’ art de passage und wirkt seit 1980 bei Konzerttourneen und Schallplattenproduktionen von Mikis Theodorakis mit. Er arbeitete auch mit Gerhard Schöne, Reinhard Mey, Gisela May, Matthias Freihof, Esther Ofarim, Maria Farantouri,
George Dalaras u.a. zusammen. Seit 2002 spielt er ein Soloprogramm “Songs For Guitar” mit Werken von Mikis Theodorakis.

Gerhard Schöne war der populärste Liedermacher in der DDR. Seine Schallplatten erreichten enorme Auflagenhöhen. Er polarisierte nicht, sondern er versöhnte, sang sowohl bei Kirchentagen als auch beim Festival des politischen Liedes, ab 1982 auch in Westdeutschland, Österreich und der Schweiz. Friedrich Schorlemmer meinte:
“Schöne hat den Sanftmütigen die Stimme gegeben, das war und ist unverwechselbar.” Gerhard Schönes Popularität wie Produktivität ist – bei über 20 Alben und einer Vielzahl von Programmen – auch nach 1990 ungebrochen. Ein Rezensent schrieb, seine Lieder seien “Lebensmittel, die es nicht im Konsum gab und die auch im Supermarkt fehlen”.

Niemand singt so schön von der Liebe wie Konstantin Wecker – aber niemand beherrscht es auch wie er, zu zürnen, zu toben und zu wüten auf der Bühne, gegen Unrecht, Staat, Gier und Krieg.” (junge Welt) Seit über vierzig Jahren ist Wecker von den Bühnen des deutschsprachigen Raumes nicht mehr wegzudenken. Bei nahezu 100 Live-Auftritten pro Jahr beweist der Münchner Liedermacher und Autor, dass er auch heute noch an Kraft, Virtuosität, Musikalität und Glaubwürdigkeit kaum zu übertreffen ist. Zum Festival Musik und Politik im vergangenen Jahr schrieb er uns: “Es ist Zeit, dass wir für unsere Vorstellungen einer besseren Welt aktiver, lauter und selbstbewusster werben (und singen!) … Wir leben in stürmischen Zeiten!”

Peter Zacher brachte bereits Ende der 60er Jahre mit der Dresdener Gruppe Pasaremos den Liederzyklus “Griechentum” auf die Bühne. Seit der Zusammenarbeit am »Canto General« 1980 in Berlin betreut Zacher Theodorakis sinfonische und oratorische Werke musikwissenschaftlich und dramaturgisch. Seit 1989 bis 2004 ist Zacher in der Dresdener Kommunal- und Kulturpolitik aktiv.

1980 kommt es bei der Aufführung des Oratoriums “Canto General” (Theodorakis/Neruda) in Berlin zur ersten Zusammenarbeit zwischen Jannis Zotos und Mikis Theodorakis. Eine Verbindung, die bis heute besteht. Seit 1990 leitet Zotos das Tour Orchester Theodorakis, schreibt für Selbiges die Arangements und begleitet Theodorakis auf seine Welttourneen. 1990 gründet er die Band Zotos Compania. Seit 2002 vertont er, der Tradition griechischer Komponisten folgend, Lyrik griechischer Dichter.

Kalliopi Vettas Stimme macht ihrem Namen alle Ehre. Die Musenqualität ihres lyrischen Soprans ist in die Tradition weiblicher, griechischer Ausnahmestimmen zu stellen. Klassisch ausgebildet, vermag sie mit ihrem Timbre die byzantinische Vergangenheit selbst in einer Popinterpretation auferstehen zu lassen. Seit 1995 arbeitet Vetta mit dem Komponisten und Arrangeur Yannis K. Ioannou zusammen. Außerdem singt sie Lieder von Loreena McKennitt, Mikis Theodorakis, Madredeus u.a. Sie ging bereits mit dem Theodorakis Orchester auf Welttournee, und Ende 2009 arbeitete sie mit Jannis Zotos zusammen.





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