Sie befinden sich hier News 2008

THEODORAKIS ZUM MORD AM 15-JÄHRIGEN ALEXANDROS GRIGOROPOULOS





Beisetzung des ermordeten 15-jährigen (Photo: rtr)
Nach den tödlichen Polizeischüssen auf den 15-jährigen Schüler Alexandros Grigoropoulos, am Samstag, den 6. Dezember, und den daraufhin ausbrechenden Krawallen und Zusammenstössen zwischen Jugendlichen und Polizisten, hat Mikis Theodorakis Stellung bezogen.






Hier seine

ÖFFENTLICHE ERKLÄRUNG

Hinter der Hand des Mörders, der dieses abscheuliche Verbrechen begangen hat, das uns alle erschüttert, verstecken sich die wahren moralischen Anstifter, d. h. die gesamte griechische Gesellschaft, die seit Jahren die unvernünftige Aufzucht und Aufblähung verbrecherischer Zustände toleriert, die von dunklen, aber von allen gut sichtbaren Zentren ausgehen.

Wenn einige selbsternannte Führungskräfte und Ausbilder der öffentlichen Meinung wünschen, sich in erster Linie selbst und danach das gesamte griechische Volk lächerlich zu machen, sei es aus Angst, sei es aus Berechnung, sei es aus uneingestandenen Gründen, so mögen sie es tun. Ich aber werde die Wahrheit genau so sagen, wie ich sie sehe und wie ich glaube, dass die erdrückende Mehrheit unseres Volkes sie sieht.

Hört jetzt auf mit diesem schmutzigen und gefährlichen Spiel mit Vermummten und mit den Kräften der sogenannten öffentlichen Ordnung (MAT), die unserem Volk nur Blut, Tränen und Zerstörungen bringen. Die objektiven Bedingungen insbesondere hinsichtlich dessen, was wir gehabt und in jüngster Vergangenheit gekannt haben, rechtfertigen in nichts diese Situation. All dies macht den Eindruck, als ob wir uns selbst verblenden wollten.

Die Zeit ist gekommen, dass das Volk das Wort ergreift.

Athen, den 7. 12. 2008

Mikis Theodorakis

Übersetzung GW
nach der französischen Übertragung durch
Costas Calfelis





| Druckfreundliche Ansicht | Diesen Artikel empfehlen |