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THEODORAKIS AN DER SEITE DER PROTESTIERENDEN GEFANGENEN




Nach langen Wochen des Protestes, sind die Insassen der griechischen Haftanstalten am 11. November in einen Hungerstreik getreten, der der Regierung schwer zu schaffen macht. Vorschläge zur Verbesserung der Haftbedingungen in griechischen Gefängnissen bringt Justizminister Sotiris Chatzigakis am 19. November im Parlament ein.

Am 10. November hat Mikis Theodorakis folgende Erklärung an die "Initiative für die Rechte der Gefangenen" gerichtet:

ERKLÄRUNG

Das, was hinten den Gittern aller griechischen Gefängnisse vor sich geht, sollte ohne Ausnahme allen Bürger dieses Landes beschämen. Denn es beweist, wie skrupellos wir sind, wie wenig menschlich wir sind, und wie kulturlos wir sind. Letztlich ist alles in diesem Land eine Vitrine: Parlament, Regierung, Parteien, Fernsehen, Universitäten und Künstler.

Eine falsche Vitrine, um die Gemeinheit und die Ungerechtigkeit dahinter zu verbergen. Besonders in einem Fall wie dem der Gefangenen, die wir dazu verurteilen, unter unmenschlichen Bedingungen zu leben, und dabei vergessen, dass es sich um Menschen handelt wie wir, die einen Fehler in ihrem Leben begangen, wie dies jedem vorkommen kann. Allein schon zwischen vier Mauern eingeschlossen zu sein, ist bereits eine schwere Strafe. Aber es ist notwendig, dass über diese Tatsache hinaus, dem Gefangenen durchgängig menschliche Lebensbedingungen zugesichert werden, damit er die Gelegenheit bekommt, nachzudenken und sich zu bemühen, sich zu ändern, um eines Tag in der Lage zu sein, in seine Familie und in die Gesellschaft zurückzukehren, die einen jeden braucht.

Ich bin unbedingt an Ihrer Seite, obwohl ich über keine anderen Kräfte verfüge als meine bitteren Erfahrungen und meiner müde Stimme.

Athen, am 10.11.2008

Mikis Theodorakis

Übersetzung: Guy Wagner

Siehe dazu auch ->: Griechenland-Zeitung




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