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27.08.2007: Erklärung zu den Bränden in Griechenland






Griechenland brennt ...



Erklärung

Die tragische Situation, die wir in diesen Tagen erleben, wurde von kranken Hirnen erzeugt. Ich zittere beim Gedanken, dass auch Griechen unter ihnen sein können und ich distanziere mich von ihnen.

Es liegt jedoch auf der Hand, das es sich um einen satanischen Plan handelt. Die Brandstifter begannen vor drei Monaten, als sie an einem einzigen Tag 1.064 Feuer über das ganze Land verteilt legten, und sie fahren fort bis auf den heutigen Tag mit Hunderten von neuen Bränden täglich.

Ihre Motive können nicht nur ökonomisch (gierige Immobilienspekulanten) oder psychologisch (Pyromanen) sein. Natürlich gibt es solche Leute. Aber ihre Motivation ist nicht der Kern des Problems.

Eine Analyse der Fakten führt zur Schlussfolgerung, dass wir es mit einem zentrales Drahtzieher zu tun haben, einem Generalstab, der als Stratege die "Schlachten" auf einer Feldkarte entwirft. Die Feuer dringen auf strategische Punkte vor wie Fabriken und Strominfrastrukturen (Megaloupoli, Aliveli, Domokos), auf historische Orte (Olympia, Epikouros Apollo) und auf Gebiete mit besonderen Naturschönheiten.

Für sie zählen weder bewohnte Gebiete noch Menschenleben, und dies weist auf Obsession, Hass und eine manische Rachsucht gegen unser Land und das ganze Volk hin. Sie suchen, die Aussicht auf ein ruhiges politisches Lebens und den sozialen Friedens nach den Wahlen (16. September 2007) zu untergraben, unabhängig vom Wahlergebnis.

Wer sind also diese Leute?

Meiner Meinung nach wäre es möglich gewesen, ihre Pläne zu durchkreuzen und sie bloßzustellen. Unser Staatsgefüge jedoch bleibt problematisch und ist nicht imstande, Herausforderungen auf einer solchen Ebene anzunehmen. Gleichzeitig ist dieser Mechanismus verrostet und leicht durcheinander zu bringen. Genau wie er es gegenüber der "17. November"-Gruppe war, die uns für nahezu 30 Jahre chronisch in Unruhe versetzte und für die am Ende nachgewiesen wurde, dass es sich in Wirklichkeit um eine fast lächerliche Organisation handelte.

Es betrübt mich, dass der, der uns mit dem Feuersbrünsten in den Wäldern, den Dörfern, den Wohnsiedlungen, aber auch den Städten und sogar in Athen prüft, uns buchstäblich schlafend vorfindet. Weil wir nicht Vorsorge getragen haben, einen effizienten Staat und eine kohärente Gesellschaft aufzubauen. Das heißt, einen Staat mit moralischen Werten und einem tiefen Sinn für Solidarität und Wachsamkeit, jenseits aller Parteien und ökonomischen Interesse. Wir sind eine gespaltene Gesellschaft, ein Volk ohne Zusammenhalt, ohne Gedächtnis, ohne eine klare gemeinsame Perspektive, folglich ein wehrloses Volk. Ein Volk, das seinem Schicksal überlassen ist – für das es selbst verantwortlich ist.

Mikis Theodorakis
27. August 2007
Athen

Deutsche Übersetzung: Guy Wagner

Die von der FAZ veröffentlichte Erklärung ist unvollständig und entspricht teilweise nicht den Überlegungen von Mikis Theodorakis





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