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Maria Farantouri in Ettelbrück. Photo: Arlette Schmit
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Manchmal benehmen sich Diven eben auch wie solche. Die Griechin Maria Farantouri ist eine echte Diva. Als sie am Mittwochabend im „Centre des arts pluriels“ in Ettelbrück auftrat, ließ sie das Publikum eine halbe Stunde warten, bevor sie in weiter Samtrobe die Bühne betrat.
In Begleitung des Berliner Pianisten Henning Schmiedt sang sie unbekannte wie auch einige der bekanntesten Lieder des griechischen Komponisten und Lyrikers Mikis Theodorakis und verzauberte von der ersten Minute an das zahlreich erschienene Publikum. Wer Maria Farantouris Gesangskünste kannte, wurde sicherlich nicht enttäuscht; für diejenigen, die sie nicht kannten, muss es eine wunderbare Entdeckung gewesen sein.
Raumfüllend
Ihre klare, saubere, recht dunkle Stimme drang in jede Ecke des Raumes und hinterließ dort ein Gefühl von beruhigender Geborgenheit. Scheinbar gibt es sie noch, diese großen Momente, in denen jeder im Publikum ganz genau weiß, dass die Künstler auf der Bühne ihre Darbietung nur für einen selber leisten.
Waria Farantouri sang sich tief in die Menschen hinein, sie berührte genau da, wo die Erinnerungen anfangen und einen sofort in die entlegensten Wohlfühlgebiete der eigenen Biografie tragen: Griechenland-Urlaube mit viel Wärme und Wein oder lange Abende mit Freunden bei verqualmten Tischgesprächen über Gott, Politik und die Welt.
Dabei sind die Texte keine leichte Kost. Mikis Theodorakis schreibt nicht nur eigene Lieder, er vertont vor allem lyrische Texte anderer Autoren, wie beispielsweise „Canto General“ mit Texten von Pablo Neruda. Aber auch die seines jüngeren Bruders Yannis tauchen in Theodorakis' Liedern auf. Meist sind es Texte voller Wehmut und Trauer, die es einem Mikis Theodorakis angetan haben, der jahrelang während der Militärdiktatur in Griechenland inhaftiert gewesen ist. Maria Farantouri, die während dieser Zeit ihr Heimatland verlassen hatte, hielt auf ihren zahlreichen Konzerten seine Musik am Leben und gilt bis heute unumstritten als die wichtigste Interpretin von Theodorakis' Musik.
Dabei steht sie nur da und singt und manchmal singt sie sich – so jedenfalls sieht es dann aus – die Seele aus dem Leib. Dabei ist sie überaus präsent und macht die große Bühne unglaublich klein.
Aber auch Henning Schmiedt, mit dem sie seit 10 Jahren immer wieder zusammenarbeitet, ist ein echter Virtuose und ein sehr aufmerksamer Begleiter. Die beiden wirkten äußerst gut eingespielt und harmonisch.
Das Konzert übrigens widmete Maria Farantouri Guy Wagner, dem langjährigem Freund und Biografen von Mikis Theodorakis, dessen Privatsammlung noch bis Ende nächster Woche im Merscher Literaturhaus in der Theodorakis-Ausstellung zu sehen ist.
Heike Bucher
in "Tageblatt" 15.04.05.
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