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F. M. Dostojewski
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Asteris Kutulas: Gibt es einen Schriftsteller oder Dichter, den du besonders magst, den du besonders gern liest?
Mikis Theodorakis: Sehr viele! Also ich könnte dir jetzt keine Namen sagen. Ich lese mit Vergnügen viele Dichter...
Asteris Kutulas: Du sagtest mir einmal, Dostojewski...
Mikis Theodorakis: Ja, jetzt im geschichtlichen Weltmaßstab gesehen, ist Dostojewski was ganz anderes. Er war einer, der konnte die innere Erlebniswelt des Menschen transparent machen. Was auch für mich so bedeutungsvoll ist. Heute spielen diese unbewussten Beziehungen, diese Meinungen zwischen dem Gesagten leider kaum noch eine Rolle. Die Zeit ist ja so. Aber Dostojewski war ein sehr volkstümlicher Schriftsteller. Er war Ausdruck der Verbindung zwischen idealer, höchster Kunst, also auch inhaltlicher, moralischer Natur und Volkstümlichkeit.
Als ich Anfang der 60er Jahre das Kleine Orchester Athen gründete, und wir spielten die Vorklassiker und dann die Klassiker bis Schubert, Schumann und dann meine Werke, war es ein ähnlicher Versuch. Das war die Möglichkeit für das Volk, zum Himmel zu greifen und seine Kultur und Menschlichkeit herunterzuholen. Denn als wir z.B. Beethoven in einem Stadion spielten, da war es nicht der Bürger, der aristokratische Beethoven, sondern der Revolutionär, der, der sich auf die Volkstradition gestützt hat.
Dostojewski ist da ganz direkt. Er zeigt uns, worauf es im Menschsein eigentlich ankommt.
© Mikis Theodorakis und Asteris Kutulas, 1982
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