1. AN EINEM KALTEN TAG
An einem kalten Tag wirst zurück
du kommen
du wirst nicht an die Tür
doch ans Fenster wirst du klopfen.
Du wirst die gleichen Kleider tragen wie damals
wirst die Hände in den Taschen halten
wie immer, wie immer wirst du nicht lachen
Du wirst nicht reden
wie immer
wirst du nicht reden.
Du gingst bei Kälte und Regen
bei Kälte und Schneewind wirst zurück du kommen
Zieh dein Jakett aus, werd ich sagen, es ist durchnässt,
du wirst die Zigarettenschachtel öffnen - neue Marke
die Streichhölzer legen neben dir, werde ich sagen
und du wirst rauchen.
2. ES WEINTEN MEINE LAKEN HEUT
Wenn du mich verlassen
und ich nichts hab, woran ich mich halten kann,
wenn auch die Freunde ausbleiben, nach und nach.
Und diese Nacht, da ich denk, ersticken zu müssen.
Wieviel Lieben in der Welt werden geblieben sein -
und die deine, in welchem Blick werd ich sie finden?
Meine Laken weinten heut.
Und von den Scheiben tropft Dunkelheit.
Nimm deine Gitarre und spiel ein bißchen
für jenen Vogel in der Einsamkeit.
Wein nicht in deinen Träumen, genug.
Sagst, du willst alleine bleiben.
Deine Träume hast du zu Bruch gehn lassen
bis auf die, darin einen Anfang du findst.
4. ALS ICH DICH FAND
Als ich dich fand, schmerzte dein Herz
du irrtest ziellos durch die Straßen wie ein verwehtes Blatt.
Als ich dich fand, sprachst du wie ein Brief aus der Fremde
und als du einmal gelächelt, habe ich gesagt, ich würde warten.
Jetzt finde ich dich, wie du in meinem Blute fließt
wie ein Gebet an einen unbekannten und wilden Gott.
Jetzt fliegst du wie ein Vogel in meinen Augen
bist wie eine Kerze, die im Regen weiterbrennt.
6. LIEBESTRAUM
Ich finde dich in den Büchern, die nie geschrieben worden sind
in den Liedern, die ich nie gehört habe, finde ich dich
und auch in alten Ikonen, die verloren gegangen sind
und in allem was weg ist und nie zurückkommt.
Ich finde dich im Traum einer weit entfernten Liebe
in dem teuren Namen, den wir nicht aussprechen i
m Fieber einer dunklen Krankheit
in den Leiden, wo wir uns schämen und weinen.
7. UNUMGÄNGLICH
Mein Stöhnen hörst du nicht mehr
du sagst, daß es die Nacht ist, die seufzt
deine Kleider besprenge ich mit Weihwasser
und sage, es ist ein Gewitter das vorüberzieht.
In dieses Haus geht niemand hinein
weder die Freunde noch die Nachbarn
alles steht still und du denkst
daß wir jetzt im Leben alleingeblieben sind.
Wie ein Kaffeehaus mit geschlossenen Fenstern
und in einer einsamen Straße
ist jetzt dein Herz geworden.
Und wie in einem plötzlichen Krieg
mit den Abzeichen am Hals
warm haben sie mich aus deiner Umarmung genommen.
10. DAS VEREISTE BLUT
Das Blut ist auf den Messern vereist
und in den finsternen Herzen
und jahrelang fielen, sagte man uns, die Sommer
und kaum einen Tropfen gaben die Regen.
Wie die Rose sind unsere Träume verstreut
und in unseren Augen ist das Leid geblieben und die,
die sie uns weggenommen haben, was haben sie gewonnen,
sowieso irgendwann verändert sich die Welt.
|