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Ein paar Worte zu MEDEA





Plakat zur Athener Aufführung von MEDEA
Mit der Komposition für das antike Drama beschäftige ich mich seit 1960, als ich die Musik zu den “Phönizierinnen” des Euripides schrieb.

Seidem war es mein Traum, nicht nur die Chorteile, sondern eine ganze Tragödie zu vertonen. Wie es zudem in der Antike üblich war. Aber um dies zu wagen, mußte ich zuerst meine “Waffen” ausprobieren.

So beschloß ich vor sieben Jahren, meine erste Oper auf der Grundlage eines eigenen Librettos zu komponieren. Es entstand “KOSTAS KARYOTAKIS. Die Metamorphosen des Dionysos”, die das Leben und den tragischen Tod des gleichnamigen griechischen Dichters behandelt.

Etwas später beauftragte mich die Direktion der Arena di Verona ein sinfonisches Ballett auf der Grundlage des thematischen Materials einiger meiner Lieder und meines ZORBAS zu komponieren. So schuf ich das neue ZORBAS-BALLETT, das in der Arena di Verona 1988 und 1990 aufgeführt wurde.

Im ersten Jahr, 1988, standen weiterhin auf dem Programm der Arena neben meinem ZORBAS die Opern AIDA von Verdi und TURANDOT von Puccini. Musikalisch aufgewachsen mit der Sinfonik hatte ich in mir die Schönheit und die Macht der Oper verdrängt. Nun, auch wenn spät, deswegen von Gewissensbissen geplagt, erklärte ich nach der Premiere des ZORBAS, daß ich mich ab jetzt ausschließlich mit diesem Genre beschäftigen werde, und daß ich eine MEDEA, Verdi gewidmet, eine ELEKTRA, Puccini gewidmet, und eine HEKABE, Bellini gewidmet, komponieren würde.

Ich arbeitete zwei Jahre intensiv, ausschließlich an diesem Werk. Ich übersetzte das Stück des Euripides ins Neugriechische und nahm unwesentliche Änderungen vor. Ich führte neben den Frauenchor noch einen Männerchor ein, in Gestalt von Soldaten, Bürgern etc., um einen vierstimmigen gemischten Chor zur Verfügung zu haben. Ansonsten versuchte ich, meine gesamte melodische Ader, die in mir existiert, auszubeuten, um Euripides bei seiner außerordentlichen Analyse der menschlichen Seele zu begleiten. Das war’s zudem, was mich zu MEDEA geführt hatte.


© Mikis Theodorakis




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