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Grandiose MEDEA-Aufführung in Athen





Plakat zur Medea-Aufführung
(Athen) Im antiken Herodes Theater am Fuße der Akropolis folgten am Dienstag abend mehrere tausend Zuschauer der Geschichte der Medea, die, von ihrem Mann verstoßen, aus Rache seine Geliebte und anschließend die eigenen Kinder tötet.

Im Gegensatz zu Euripides, der vor 2.500 Jahren mit diesem Stück die weibliche Selbstbestimmung postulierte und dessen Sympathie eindeutig Medea galt, entwirft Theodorakis in seiner Komposition eine Frau, die durch die äußeren Umstände zu einer extremen, gegen alle Instinkte gerichteten Verzweiflungstat getrieben wird, für die es jedoch keine Rechtfertigung geben kann. So gelingt es Theodorakis, der sich seit 1960 intensiv mit Musik für antike Tragödien beschäftigt und ein profunder Kenner der altgriechischen Sprache ist (von ihm stammt die Übersetzung), eine Musik zu komponieren, die dem Text nicht nur ebenbürtig ist, sondern ihm eine neue Dimension verleiht.

Mit MEDEA scheint Theodorakis zudem seine Bestimmung gefunden zu haben: als Opernkomponist. Die Glanzpunkte dieser Verdi gewidmeten Oper sind der melodische Einfallsreichtum des Komponisten, der versierte Einsatz der Chöre, die transparente und intensive Orchestrierung, die leise Töne und schwierige solistische Passagen vor allem der Bläser nicht scheut, sowie die solistischen großartigen Parts der Medea (Katerina Ikonomou) und des Jason (Zachos Terzakis).

Die Bravo-Rufe am Schluß der fast dreistündigen griechischen Erstaufführung galten der überzeugenden Inszenierung von Spiros Evangelatos, dem ausgezeichneten Dirigenten Lukas Karytinos und allen anderen Beteiligten, aber vor allem Mikis Theodorakis, dem mit diesem Werk - einer schon klassisch anmutenden Oper - ein großer Wurf gelungen ist.


© Asteris Kutulas


BESETZUNG:

Medea: Katerina Ikonomou (Sopran)
Iason: Zachos Terzakis (Tenor)
Aigeus: Andreas Koloumbis (Bariton)
Kreon: Frangiskos Voutsinos (Baß)
Amme : Maria Markettou (Mezzo)
Bote: Stamatis Beris (Tenor)
Chorführerin: Alexandra Papadjakou (Mezzo)
Frauenchor, Männerchor, Kinder der Medea
Chor der Griechischen Oper, Fani Palamidi, Einstudierung
Nationales Rundfunk-Sinfonieorchester
Lukas Karytinos, Dirigent, Spyros Evangelatos, Regisseur





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