Der Sommer hält feierlich Einzug. Die Chrysanthemen öffnen sich.
Die Bäume sind mit dichtem Laub bedeckt.
Gendarmeriewachtmeister Makis und ich überschreiten während unseres täglichen Spaziergangs die «Grenze» bei der Käserei und strecken uns auf einem vorstehenden Felsen gegenüber dem imposanten Massiv des Menalon aus.
Unter uns sieht man das Dorf Dimitsana leuchten. Weiter oben scheint
Zygovitsi, leichtfertig auf die magere Schulter des Berges geklebt,
einen fragenden Blick in den Abgrund zu werfen. Dort unten, in
dieser tiefen Schlucht, befand sich während der Türkenherrschaft die
versteckte griechische Schule. Wir sehen zu, wie der angeschwollene
Loussios mit munterem Rauschen dahineilt.
Wir haben zwei faule Nussbäume geschlagen und das Holz zu
Lambis getragen. Myrto hat für uns zwei Eselsättel als Sitze bestellt.
Das Gestell wird aus Holz angefertigt, dann wählt Lambis die Häute
und gibt sie Choulias, dem «Werkstattchef», damit er die Sättel
bezieht.
Ich blättere durch die Seiten meiner Anthologie. Bei Takis Sinopoulos
bleibe ich stehen; sein Gedicht "Der Überlebende" hat etwas an
sich, das mich anzieht und beschäftigt! Dieses Gedicht dient mir als
Vorlage für Arkadia VII .
© Mikis Theodorakis: Mein Leben für die Freiheit
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