Bald wird die Sonne aufgehn
Ringsum beklommenes Stöhnen
Bald wird die Sonne aufgehn
Über Kerkern und Felsenschluchten
Ameisen wimmeln
Aus unterirdischen Gängen
Eine vierkantige Sonne
Die Kanonenrachen
Können ihr nichts anhaben
Sie zielen auf ihre Augenbrauen
Aber sie prallen an steinernen Kanten ab
Aus den Windungen meines Schmerzes werden mutige Männer entspringen
Männer mit derben Pranken
Sie vertreiben geschwind den belastenden Traum
Und schreiben an den Giebel des Tages:
Wir wollen leben -
Unsere gemarterten Leiber werden zu Geigen
Der Stacheldraht wird zur Harfensaite
Und unsere hohlen Knochen zu Hirtennöten
Um einen Freudentanz zu entfesseln
Wir vermählen uns mit der Wahrheit
Wir vermählen uns mit der Erde
Der erniedrigten aber erhabenen
Wir nehmen ihr Lachen
Ihre Milch ihre Adern
Und ihre Kinder-
Es dämmert das Morgenrot
Als man unsere Schwester Athina
Zur Hinrichtung führt
Abends hatten wir ihr zwei Orangen gebracht
Sie scheute sich sie zu essen
Sie presste sie nur andachtsvoll an die Lippen
Als enthielten die Früchte
Den ganzen Frühling
Die keimende Jugend der Welt
Dann begrub sie das Bild in ihrer Brust
Im letzten Winkel des Kerkers
Hockte der Tod geduckt
Wie ein verschreckter Hund
Athina rief ihm zu:
Hierher! Tiger, Black, Sultan!
So probierte sie
Alle Hundenamen die passen könnten
Komm doch! Ich will dich auf die Fährte der Wahrheit setzen
Nimm Witterung von den Orangen
In meiner Brust –
Die Morgenröte stieg
Zehn Salven durchsiebten
Die stolze Brust
Niemand merkte
Wie die Orangen zerbarsten
Wie sich ihr Saft mit Blut vermischte
Und ihre Kerne auf edlen Boden fielen
Dem bald viele Bäume entsprossen
Um verschwenderisch Früchte zu spenden
Zu Ehren der Ersten Sinfonie!
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