|
Theodorakis
- Chronologie (XIV)
Ehren
und Ehrungen 1997-1998
von
Guy Wagner und Asteris Koutoulas
Strukturierung
und Illustrierung: Guy Wagner
1997
Januar
Mikis Theodorakis beendet sein Cellokonzert und wandelt es um in eine
Rhapsodie für Violoncello und Orchester.
Wegen
der anhaltenden Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei
über die Inseln der Ägäis, beschliessen Mikis Theodorakis
und Zülfü Livaneli eine Europatournee mit Friedenskonzerten,
deren Höhepunkt ein Konzert auf der "grünen Grenze"
in Nicosia (Zypern) im Juni 1997 sein soll.
20.02.
Zum 850. Jubiläum der Stadt Moskau, soll einer der Beiträge
Griechenlands eine Aufführung des "Zorba"-Balletts unter
der Leitung von Mikis Theodorakis im September 1998 sein, wie ANA zu
berichten weiss..
Theodorakis dirigiert Theodorakis in Sauda
März:
Theodorakis dirigiert den "Canto General" in Sauda (Norwegen).
Solisten sind Maria Farantouri und Petros Pandis.
22.03.
Andreas Lentakis, Mitbegründer des "Politischen Frühlings"
(Pol.An), dem Mikis Theodorakis seine "Lieder für Andreas" während
der Diktatur gewidmet hat, stirbt und wird mit diesen Liedern zu Grabe
getragen.
12.04.
"Zorba" wird unter der Leitung von Mikis Theodorakis im Nationaltheater
von Skopje, der Hauptstadt von FYROM (Yougoslawisch Mazedonien).aufgeführt.
Diese Darbietung ist Teil einer zwei Monate alten Initiative von griechischen
Abgeordneten, Akademikern, Politikern und Bürgern zur Förderung
der Freundschaft zwischen den beiden Ländern. "Die Last
der Verteidigung der Kooperation und der Freiheit in den Regionen des
Balkans, der kritische Stunden erlebt, liegt auf den Shultern der einfachen
Menschen", sagt Mikis Theodorakis in einer Botschaft.
Das Konzert wird von FYROM-Präsident Kiro Gligorov, von
Spitzenleuten der Regierung, Vertretern des diplomatischen Korps und
200 Gästen aus Griechenland besucht.
"Kulturelle Aktivitäten können nur zu positiven Ergebnissen
führen", sagt Regierungssprecher Dimitris Reppas als
Kommentar zum Konzert, fügte aber hinzu, dass die Regierung “kulturelle
Aktivitäten weder fördere noch abbremse”.
Mitte
April In St.-Petersburg, schließt Theodorakis die Aufnahme
seines “Requiems” mit der Staatskapelle ab.
29.04.
Ein offizielles Diner des deutschen Außenministers
Klaus Kinkel auf dem Petersberg nahe Bonn zu Ehren von Mikis
Theodorakis und Zülfü Livaneli, wird von politischen Beobachtern
als eine "bedeutsame politische Geste" gewertet. Minister
Kinkel unterstreicht seinen Wunsch, in das Versöhnungsprojekt der
beiden Musiker eingebunden zu werden und es zu fördern, so dass
"das, was von Theodorakis und Livaneli begonnen wurde, eine
breite Bewegung werden kann, die Griechen und Türken zusammenbringt."
Während
einer gemeinsamen Pressekonferenz in Bonn, weisen Theodorakis
und Livaneli auf das neue, positive Klima hin, das dabei sei, sich zwischen
Griechenland und der Türkei zu entwickeln: "Dies ist unabhängig
von dem, was an der Spitze der Politik geschieht und dem, was die Waffenhändler,
denen das Blut der zwei Völker an den Fingern klebt, tun",
sagt Theodorakis und bezichtigt die großen europäischen Länder
und die USA der Hypokrisie.
04.05.
Das erste triumphale Konzert von Theodorakis und Livaneli unter dem
Titel: "Together - oli masi - birlikte" im Haus der Kulturen
der Welt in Berlin ist gleichzeitig das letzte.
Mikis
Theodorakis, sagt die Tournee ab, nachdem er während des dreistündigen
Konzertes mit schweren Atemproblemen zu kämpfen hatte. Laut
der Aussage seines Arztes, Dr. Christos Kalaitzis, sei der Gesundheitszustand
des Komponisten stabil, doch er bedürfe einer "genauen
ärztlichen Untersuchung und einer Therapie... Sein Leben ist nicht
in Gefahr, aber er muss sofort aufhören", sagte Dr. Kalaitzis.
Die Tournee
wird mit Maria Farantouri fortgesetzt. Theodorakis fliegt nach
Griechenland zurück und wird während Tagen im Krankenhaus
zahlreichen Untersuchungen unterworfen. Tropical Music veröffentlicht
eine Liveaufnahme der Höhepunkte des einmaligen Berliner
Konzertes.
In den
folgenden Monaten bereitet Theodorakis' Gesundheitszustand ständig
Sorgen. Besonders beängstigend ist, dass der Komponist aufgehört
hat, zu komponieren.
Mai
“O Polytikos Theodorakis (1940-1996)” von Pavlos Petrides
erscheint in Athen.
Sommer
und Herbst Die Ehrungen für Theodorakis häufen sich:
Delphi, Patras, Thessaloniki (Europäische Kulturhauptstadt 1997)
würdigen ihn, doch Thessaloniki ist nicht imstande, wie angekündigt,
seine Oper“Antigone” zu produzieren. Die dafür vorgesehenen Gelder
sind in dunklen Kanälen verschwunden.
17.06.
Das deutsche Regionalfernehen des WDR zeigt einen neuen Dokumentarfilm
über Theodorakis: “Kreter, Grieche, Europäer” von
Peter Wortmann, mit wichtigen Beiträgen um den 70. Geburtstag des
Komponisten im Jahre 1995.
22.06.
Während einer Gedenkzeremonie für Andreas Papandreou,
der ein Jahr zuvor gestorben war, sprechen der frühere französische
Kulturminister, Jack Lang, und der griechische Regierungschef, Costas
Simitis. Den Reden folgt ein Konzert mit Werken von Mikis Theodorakis,
dirigiert von Stavros Xarhakos, mit den Soloisten Yorgos Dalaras, Maria
Farantouri und Manolis Mitsias.
Sommer
Peregrina veröffentlicht unter dem Titel: "Mikis"
eine neue CD, wahrscheinlich die sensationellste und introvertierteste
Einspielung des Komponisten als Sänger. Die Arrangements stammen
von Jens Naumilkat. Mikis singt zwölf Lieder, nur
von Cello und Klavier begleitet. Darunter ist auch ein Lied auf ein
Gedicht von Nazim Hikmet: “Schnee fälls in der Nacht”..
November
Veröffentlichung von: Mikis Theodorakis: "Melopimeni Poisi.
A Tomos / Tragoudia" (Ypsilon, Athen): alle Liedtexte, exzellent
dokumentiert, mit zum Teil unbekannten Photos.
Zwei weitere Bände folgen in den nächsten Jahren
November-Dezember:
Maria Farantouri unternimmt mit sechs Musikern um Henning Schmiedt eine
Europatournee unter dem Titel: “Poetica”. Kernstück
des Programmes sind die beiden letzten Liedzyklen von Theodorakis: “Lyricotera”
und “Lyricotata”.
Theodorakis dirigiert Theodorakis im Megaron,
Athen (Photo Guy Wagner)
16.12.
Im Rahmen einer ergreifenden Zeremonie, schenkt Theodorakis seinpersönliches
Archiv der Lilian Voudouri Library im Megaron.
1998
23.04.
Konstantin Karamanlis, der ehemalige Präsident und Premierminister,
der Griechenland den Weg in die EU ebnete, stirbt im Alter von 91 Jahren
an einer Herzattacke nach einer Lungenentzündung .
Ende
April Die CD-Einspielung der Oper “Elektra” wird unter
der Leitung von Mikis Theodorakis in St. Petersburg fertoggestellt.
04.05.
Ein Sonderkonzert von Maria Farantouri unter dem Titel “Asmata”
findet in Mondorf (Luxemburg) statt, und eine neue Konzerttournee
ist für November-Dezember 1998 vorgesehen. Unter dem gleichen
Titel erscheint die neue, aussergewöhnliche CD der Sängerin
bei Peregrina.
Theodorakis dirigiert Theodorakis at the RFH
London (Photo Kostas Melliotis)
25.05.
Theodorakis dirigiert sein Klavierkonzert mit großem Erfolg
im Londoner Royal Festival Hall (Queen Elisabeth Hall), mit Tatiana
Papageorgiou als Solistin und dem London Philharmonic Orchestra.
Im ersten Teil des Programms spielt Tatiana Papageorgiou die “Elf Präludien”,
die “Kleine Suite”, und, als Uraufführung “Zwölf Melos”, auf
der Grundlage der “Lyricotera” und “Lyricotata”, in einem Arrangement
der Solist und von Themis Symvoulopoulos.
Mai
Intuition Record veröffentlicht die 4. Symphonie
von Theodorakis.
Juni
Asteris Koutoulas stellt in Athen: “O Mousikos Theodorakis. Kimena
- Ergographia – Kritikes” (A.A. Livani, Athens) vor, den vollständigen
Katalog des Oeuvres von Theodorakis, eine unschätzbare Materialien-
und Informationsquelle, eine bedeutende Veröffentlichung, die eine
große Resonanz findet.
Theodorakis dirigiert Theodorakis im Irodion
(Digitalphoto Guy Wagner)
22.07.
Theodorakis dirigiert “Zorba” im Irodion. Das Werk wird vom Ballett
der greichischen Staatsoper Athen getanzt. Choreographie: Lorca Massine.
24.
und 25.07. Theodorakis wird im Kleinen Theater von Epidaurus
geehrt. Am ersten Abend singt Maria Farantouri, begleitet von den “Berliner
Instrumentalisten”, unter dem Titel: “Lyrika Asmata”, Auszüge
aus “Poetica”, “Serenades” und “Asmata”. Der zweite Abend ist der symphonischen
Musik von Mikis vorbehalten. Die brillante “Camerata”, ausgezeichnet
dirigiert von Loukas Karytinos, spielt “Symphonietta”, “Raven”, mit
der Solistin Daphne Evangelatos (Mezzo), und “Belagerungszustand”, mit
Maria Farantouri und Kostas Thomaidis, in Anwesenheit des griechischen
Premierministers Costas Simitis. Der Applaus für Theodorakis ist
sehr herzlich.
12.09.
In der Flämmereihalle "VOEST-Alpine", Linz, Österreich,
dirigiert Mikis Theodorakis die Erstaufführung der symphonischen
Fassung des “Canto General” mit Markella Hatziana (Mezzo),
dem Chor Ad libitum und dem berühmten Bruckner Orchester Linz.
30.10.
In der Münchner Philharmonie leitet Mikis Theodorakis selbst
das Philharmonische Orchester der Ukraine in der Uraufführung seiner
Rhapsodie für Violoncello und Orchester mit der Solistin
Tatiana Vassilieva und seiner Rhapsodie für Gitarre und Orchester
mit Eliot Fisk als Solisten. Nach der Pause dirigiert Nikolai Dyadivra
Theodorakis’ 1.Symphonie.
©
Guy Wagner und Asteris Koutoulas, 1998-2002. Das © gilt ebenfalls
für alle Bilder (Archiv Theodorakis "Filiki").
Übernahme nur nach Genehmigung und mit Link auf die Theodorakis
Homepage möglich!
|