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In I
Adelfi mas Athina (Unsere Schwester Athina), verwendet
Theodorakis erneut die neue musikalische Form des «Lied-Flusses»,
die Technik einer Melodie ohne Ende, die eine so große Bedeutung
in der Zeit von Zatouna und Oropos haben und zu den den Oratorien der
80er Jahre führen wird.
Das Gedicht, das sein Freund, der Lehrer Yorgos Kouloukis, geschrieben
hatte, nachdem er die Erste Symphonie von Theodorakis
im Rundfunk gehört hatte, war unter dem Pseudonym Yorgos Photinos
herausgekommen. Er erzählt in einfachen, aber um so beklemmenderen
Wörtern das Schicksal einer jungen Frau aus der Armee der
Partisanen, die von den Nationalisten hingerichtet wird:
«Die
Morgenröte stieg
Zehn Salven durchsiebten
Die stolze Brust
Niemand merkte
Wie die Orangen zerbarsten
Wie sich ihr Saft mit Blut vermischte
Und ihre Kerne auf edlen Boden fielen
Dem bald viele Bäume entsprossen
Um verschwenderisch Früchte zu spenden
Zu Ehren der Ersten Sinfonie!»
Wie Gail Holst klug zu bemerken weiss, bezieht sich das melodische
Material auf den byzantinischen Gesang, und es ist eine Art von
Monodie, die die Partitur durchzieht, eine Wiederholung zahlreicher
identischer Noten, die zu singen, vom Interpreten ein tiefes inneres
Engagement verlangt und den Willen, auf einfach Art die tragische
Botschaft des Textes weiterzuvermitteln. Nur in dem Teil, der über
die Konfrontation von Athina mit ihrem Tod, als Vision eines Hundes,
berichtet, belebt sich der melodische Fluss und wird auch
äußerlich dramatischer, aber für den Bericht des Todes
selbst, greift Theodorakis die Anfangs-Monodie wieder auf.
So gelingt es ihm, einen seiner ergreifendsten Partituren zu
komponieren, - ergreifend, da einfach in ihrem unterdrückten
Schmerz, ihrer tiefempfunden Trauer, für deren Ausdruck der
byzantinische Gesang besonders geeignet erscheint.
Es wundert demnach nicht, dass man das Thema in der Musik für den
Film Troja von Cacoyannis und in der Siebten
Symphonie, der sogenannten Frühlingssymphonie,
an entscheidender Stelle wiederfindet.
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