Biographische Angaben

Chronologie

Interviews

Stellungnahmen

Aussagen

Zeugnisse

Ehrungen

Werkkatalog

Gedanken zum musikalischen Œuvre von Mikis Theodorakis - NEU

Byzantinische Musik

Kammermusik

(Meta)symphonik - Oratorien

Ballette

Bühnenmusik

Opern

Liedflüsse

Liederzyklen (1974-1995)

Liederzyklen (1937-1973)

Filmmusik

Gedichttexte

Autorenbiographien

Allgemeines - NEU

2012

2011

2010

2009

2008

2007

2006

2005

2004

2003

2002

2001

2000

Vor 2000

2011

Asti's Seiten

Calendar

Ankündigungen

Rezensionen

Opernedition zum 75. Geburtstag auf Intuition Classics

29.07.05: "First Songs" erschienen

THEODORAKIS BEI INTUITION RECORDS (SCHOTT MUSIC)

THEODORAKIS BEI PEREGRINA

THEODORAKIS BEI EDEL / BERLIN CLASSICS

THEODORAKIS BEI TROPICAL MUSIC

Vollständige Diskographie

Kommentare zu CDs

Maria Farantouri

Freunde und Partner

Musiker

Sängerinnen und Sänger

Tondokumente

Photodokumente

FILIKI

Theodorakis tritt seine Archive ab

Theodorakis in den Enzyklopädien.

Gästebuch

Ein Leben für Griechenland

Theodorakis' Gedichte

Mia Zoi yia tin Ellada


English

Français



Sie befinden sich hier Werke Liedflüsse

"Unsere Schwester Athina"





I Adelphi mas Athina

In meinem Haus in Vrachati finde ich auch die Erinnerung an meinen Freund, den Lehrer Giorgos Photinos, wieder.

Zur Zeit des Bürgerkriegs, in den Jahren 1945 bis 1947, war Giorgos zum Tode verurteilt worden. Er kam glücklich davon.

1949, im Konzentrationslager von Makronissos, sahen wir uns dann wieder. Manchmal begegneten wir uns bei der Zwangsarbeit - eine der «Arbeiten der nationalen Umerziehung», die im Transportieren von Stacheldrahtrollen bestand. Wir waren schmutzig, seit Wochen unrasiert. Der Nordwind fegte mit Macht über die öde Insel und vernichtete alles auf seinem Weg. Wir schlugen den Kragen hoch und zogen die Mütze tiefer ins Gesicht, so dass nur noch die Augen zu sehen waren. Jedes Mal, wenn wir uns erkannten, ließen wir den Stacheldraht fallen und umarmten uns.

Am 26. März 1949 wurde ich mit jener Gruppe weggebracht, die den fürchterlichsten Misshandlungen ausgesetzt war; wir wurden in Erinnerung an das Datum «Martiaten» genannt.

Ständig erklangen in mir die Melodien meiner Ersten Sinfonie, die sich auch durch die Schläge, die ich auf den Kopf erhielt, nicht verflüchtigten, sondern im Gegenteil immer mächtiger in mir wurden.

Sechs Jahre später, 1955, wurde die Erste Sinfonie vom Athener Nationalorchester aufgeführt. Ich befand mich damals am Konservatorium in Parts, und Giorgos lebte als Volksschullehrer in irgendeinem verlassenen Dorf in Griechenland.

Zufällig hörte er die Übertragung meines Werks im Radio, und unter dem Eindruck dieser Musik schrieb er das Gedicht Unsere Schwester Athina, in dem immer wieder von Stacheldraht und Orangenbäumen die Rede ist und aus dem hier in Vradiati ein «unendliches Lied» entsteht.

© Mikis Theodorakis

 



I ADELFI MAS ATHINA (NOTRE SOEUR ATHINA), AST 185
Komposition: 15.5.1968 in Vrachati
Sätze:
1. Andante
2. Piu lento
3. Tempo primo
UA: 1976 in Athènes
Maria Farantouri, Orchester, Mikis Theodorakis



Sitedesign:
www.grafix.fr

© Guy Wagner - FILIKI 1996-2009