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Dritte Symphonie - Gesangstexte





Dionysios Solomos


Theodorakis: Dritte Symphonie - Gedichttexte


1. Satz - Text: Dionysios Solomos

Jetzt, da die sternklare Nacht uns plötzlich
traf, waren wir einsam. Und dort an den Felsen
teilte sanft sich das Meer.

Auf einem Friedhof stehen
brüderlich beisammen zwei Zypressen,
ergrünend zwischen Kreuzen.

Könntest du sehn, wie sie sich neigen,
wenn mitternachts die Stürme toben,
würdest du meinen, sie rufen die Lebenden.

Zwei unglückselige Geschwister schlafen in deren Schatten
den Todesschlaf, aus dem es kein Erwachen gibt,
und ihre Mutter verlor den Verstand.

Blumenbekränzt, in Weiß gekleidet,
ließ man die zwei in ihrer Umarmung
hinab ins ewige Gedenken.

2. Satz - Text: Dionysios Solomos

Wassergemurmel entspringt,
netzt Grabsteine,
unterbricht, kaum hörbar, die Stille.
Der Tod hatte nichts hinterlassen
als den Geruch von Weihrauch,
der strömte in die Einsamkeit.

Du hörtest nicht das Bellen des verirrten Hundes,
des Vogels Ruf nicht und nicht den, der über Lippen kam,
und auch das Blätterrauschen nicht mit seinem angenehmen Nachklang.

3. Satz - Text: Verse aus der Karfreitagsliturgie, von Konstantin Kavafis und Mikis Theodorakis

Oh mein lieblicher Frühling, mein liebstes Kind,
wohin ist deine Schönheit?

Wir sind alle umzingelt.

Es gibt kein Schiff zu dir, keine Straße.
So hast du dein Leben verwirkt.
Wohin du auch gehst,
stets wirds dich verfolgen.

Dein Leben, Christus, hast du dem Grab dargebracht,
und die erstaunte Engelsschar
lobpreist dein Tun.

4. Satz - Text: Dionysios Solomos

Sie irrt umher, und endlich betritt sie
den Glockenturm, steigt nach oben,
folgt den Spuren, sacht.

Sie steht und riecht den Wind,
Mutter, ganz in Schwarz, und denkt
als wollte etwas sie erinnern.

Sie krümmt sich, hält sich an der Wand, schaut,
lächelt, halb traurig, halb froh
voll Bitternis hinüber zu des Grabes Grün.

Zu den Wolken, Sternen,
Dong, Dong,
zitternd vor Schmerz ringt sie die Hände
und weint und klagt herzzerreißend.

Des Vollmonds Lichtflut
in jener Einsamkeit, der stummen,
gleich einer lichterschaffnen ersten Nacht.

Doch die Verzweifelte vergißt sich,
schaut voller Furcht sich um,
läutet die Glocken und schreit schrill:

„Verschwinden solln sie aus den Schluchten,
die grauenhaften, dichten Dunkelheiten;

Sie sollen schnell verschwinden, ich ertrag sie nicht!
Sie ähneln dem zerrißnen
Kleid, das beide Kinder zudeckt.

Dong, die Glocken der Kirche.
Dong, die Glocken der Einöde.

Von dieser einsam Rufenden,
die Trost spendet den Elenden,
warn die zwei Leichentücher der beiden Kinder.

„Ich presse sie an meine Brust, bewahre sie;
mit diesen Tüchern will ich Tag für Tag
ausmessen der beiden Grab.

Heisere Totenklage. Von den Kerzen steigt auf der Rauch.
Des Totenbettes Bretter knarren;
Die Glocken - grausam und gemach.

Die beiden sind gestorben, ja. Sie wurden hinunter
ins Dunkel geschafft, mir dringt das Geräusch ins Ohr.
Sie wurden nach sehr tief unten geschafft.

Warum werft ihr Erde auf sie?
Bedeckt die kleinen Körper nicht,
die sanft, so sanft hinüberschliefen.

Morgen pflücken wir ein paar Blumen,
morgen singen wir ein paar Lieder,
am vollerblühten ersten Mai.

Sieh, wie der taubringende Wind sich erhebt,
verströmt der Morgendämmrung Duft,
wenn er nur flüstert.

Geht durch die Blätter und ins Herz
gleich den Bewegungen der Phantasie,
die die Glückseligkeit nachzeichnen.

Jene Unglückliche atmete ihn ein,
das Gefühl für die Kinder tief in der Brust,
und, ach, stieg hinab in die Einsamkeit.

Ihr Blick, das Herz voll Trauer,
glitt über die Gräber hin, sie zählte sie,
wendete langsam um den Kopf.

© Asteris und Ina Kutulas



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