Sie befinden sich hier News 2003

Vertrieben für Frieden








20.45
MITTWOCH,
2. Juli 2003
VERTRIEBEN FÜR FRIEDEN

Dokumentation · 53 MIN · VPS 20.45

Die Dokumentation geht anhand der Lebenslinien einiger Flüchtlinge Fragen nach, die jahrzehntelang zwischen den beiden Ländern tabuisiert wurden: sie begleitet auch zwei Vertriebene, die zum ersten Mal nach 80 Jahren ihre nur "einen Steinwurf" entfernte Heimat wieder besuchen können. Auch ein weltberühmtes "Flüchtlingskind", Mikis Theodorakis, erinnert sich an seine Wurzeln, die sein Leben und sein musikalisches Werk nachhaltig beeinflusst haben.

Dokumentation, Deutschland 2003, WDR, Erstausstrahlung.
Von: Osman Okkan, Simone Sitte

Vor 80 Jahren, im Juli 1923, unterzeichneten Griechenland und die Türkei den Lausanner Vertrag. Eine dramatische Folge war ein "Bevölkerungsaustausch" zwischen beiden Ländern.

Etwa 1,5 Millionen Griechen, die seit Jahrhunderten in Kleinasien gelebt hatten, und etwa 500.000 Türken, die in Griechenland ansässig waren, wurden gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Grund für diesen "Austausch" waren jahrelange, gewaltsame Auseinandersetzungen und Ausschreitungen zwischen den Bevölkerungsgruppen. Ein friedliches Zusammenleben der beiden Völker schien den Politikern, die vorher den Krieg geschürt hatten, nicht mehr möglich.

Diese vermeintliche Friedensmaßnahme, als außenpolitischer Erfolg gefeiert, hatte verheerende Konsequenzen: grausame Vertreibung, Flüchtlingselend und Verarmung. Es war die erste staatlich sanktionierte "ethnische Säuberung" des 20. Jahrhunderts. Sie diente auch für Vertreibungen nach dem 2. Weltkrieg und jüngst auf dem Balkan als Vorbild.

Bis heute wurden die Ergebnisse von damals kaum kritisch aufgearbeitet. Erst allmählich beginnt in beiden Ländern eine behutsame Auseinandersetzung, die von vielen prominenten "Betroffenen" unterstützt wird.

Die Autoren gehen anhand der Lebenslinien einiger Flüchtlinge Fragen nach, die jahrzehntelang zwischen den beiden Ländern tabuisiert wurden: sie begleiten auch zwei Vertriebene, die zum ersten Mal nach 80 Jahren ihre nur "einen Steinwurf" entfernte Heimat wieder besuchen können.

Auch ein weltberühmtes "Flüchtlingskind", Mikis Theodorakis, erinnert sich an seine Wurzeln, die sein Leben und sein musikalisches Werk nachhaltig beeinflusst haben.

Yashar Kemal, Maria Farandouri und Zülfü Livaneli interpretieren die unbewältigte Vergangenheit und die vorsichtige Annäherung zwischen zwei "feindlichen Brüdern" im Südosten Europas aus ihrer Sicht.










| Druckfreundliche Ansicht | Diesen Artikel empfehlen |