Theodorakis
- Chronologie (IV)
Bürgerkrieg
1944-1949
von
Asteris Koutoulas
Gliederung und Illustrierung: Guy Wagner

Yorgos Papandreou 1944

Churchill in Athen 1944
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1944
Die
Anti-Hitler-Koalition einigt sich darauf, daß Griechenland
zum britischen Interessengebiet gehört. Churchill initiiert
die Bildung einer Exilregierung der nationalen Einheit unter
Giorgos Papandreou, um der Machtübernahme durch eine
sozialistische Regierung vorzubeugen und die Rückkehr des Königs
durchzusetzen. (Die Partisanen der ELAS haben zu dieser Zeit etwa
drei Viertel des Lands unter Kontrolle.) Die EAM-Führung akzeptiert
auf der Konferenz von Libanon im Mai das Programm von Papandreou
und später den britischen Oberbefehl über die ELAS.
04.10.
Britische Truppen landen und verlangen gemeinsam mit der Regierung
Papandreou die einseitige Entwaffnung der Partisanen. Diese weigern
sich
03.12.
Es kommt zur großen Demonstration der EAM, die von
reaktionären paramilitärischen Einheiten unter dem Schutz
der Briten angegriffen wird. 30 Demonstranten sterben und 124 werden
verletzt. 04.12. Erfolgreicher Generalstreik: Papandreou muss zurücktreten.
An den nun folgenden Kämpfen zwischen ELAS-Einheiten und Briten
(»Dezemberereignisse«) nehmen auch Theodorakis
und Xenakis teil.
In
Athen müssen fast ausschließlich die schlecht ausgerüsteten
Reservetruppen der ELAS die Kämpfe bestreiten, da die EAM-Führung
sich nicht entschließen kann, gegen die britischen »Verbündeten«
ihre in Zentralgriechenland stationierten regulären Divisionen
einzusetzen.
12.12.
Die EAM erklärt sich in einem Gespräch mit dem englischen
Oberbefehlshaber Scobie bereit, unter bestimmten Bedingungen
die noch in Athen verbliebenen regulären Truppen abzuziehen.
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1945
11.01.
Zwischen den Briten und der ELAS-Führung wird ein Waffenstillstandsabkommen
unterzeichnet, das die Zonen festlegt, in die sich die ELAS-Einheiten
zurückziehen müssen. Die ELAS räumt ganz Attika und zieht
sich nach Thessalien zurück, wohin ihr Tausende Linke aus Athen aus
Angst vor Repressalien folgen.
Februar
Im Küstenort Varkiza finden Verhandlungen zwischen Regierung
und EAM-Führung statt, die zum »Vertrag von Varkiza«
führen. Die große Kompromißbereitschaft seitens der EAM-Führung
bringt eine Verschiebung des Kräfteverhältnisses zugunsten der
rechten monarchistischen Kräfte mit sich.
Innerhalb
von nur fünfzehn Monaten (Januar 1945 bis März 1946) gibt es
in Griechenland fünf bürgerliche Regierungen und zehn Regierungsumbildungen
ohne Teilnahme der EAM.
Durch
die Regierung wird die Nationale Armee gegründet, deren Führungskader
sich aber nicht, wie vereinbart, aus den Reihen der ELAS rekrutieren;
sie stammen aus dem profaschistisch-monarchistischen Offizierskorps, das
zum größten Teil auch mit den deutschen Besatzern kollaboriert
hatte.
Theodorakis
gründet den EPON-Chor, setzt sein Studium fort und wird mit
der Musik des 20. Jahrhunderts bekannt.
1946
31.03.
Parlamentswahlen sind anberaumt, an denen sich aber die linken Parteien
nicht beteiligen, weil überall im Land der »weiße Terror«
herrscht und freie Wahlen unmöglich sind: Während alle ELAS-Soldaten,
entsprechend dem »Vertrag von Varkiza«, ihre Waffen abgeben,
werden die ehemaligen Nazi-Kollaborateure und die monarchofaschistischen
Terrorgruppen, die - mit Duldung der Briten - eine Hetzjagd auf alle Antifaschisten
veranstalten, nicht entwaffnet. Am Wahlboykott beteiligen sich
mindestens 38 % (oder nach anderen Schätzungen fast 50 %) der Bevölkerung.
06.04.
Die Regierung gibt das Wahlergebnis bekannt, veröffentlicht aber
nicht die Zahl der Wahlberechtigten. Bei einer Wahldemonstration wird
Theodorakis niedergeschlagen; Freunde finden ihn in der Leichenhalle
eines Krankenhauses.
In einer
manipulierten Volksbefragung erzwingt die Regierung eine erneute Rückkehr
zur Monarchie.
28.10.
Gründung der Demokratische Armee durch die Kommunisten und
die mit ihnen verbündeten Parteien, um damit auf den rechten Terror
und die Nichteinhaltung des Vertrags
von Varkiza zu reagieren. Der Bürgerkrieg
hat offiziell begonnen.
1947
Griechenland
übernimmt die Truman-Doktrin, wodurch die USA anstelle Großbritanniens
die innenpolitische Entwicklung des Landes entscheidend mitbestimmen.
Paul I. und seine Frau Friderike folgen Georg II. auf dem
Thron. Zehntausende Widerstandskämpfer, so auch Theodorakis, werden
auf verschiedene Inseln deportiert. Auf der ägäischen Insel
Ikaria beschäftigt er sich intensiv mit der demotischen Musik.
Eine Amnestie des neuen Premierministers Themistokles Sofulis ermöglicht
ihm die Rückkehr nach Athen. Hier muß er untertauchen, weil
nach der Gründung der »Provisorischen Demokratischen Regierung«
unter Markos Vafiadis - einer Gegenregierung, die am 23. Dezember
in den Bergregionen ausgerufen wurde - die Linken wieder verfolgt werden.
Die Kommunistische Partei wird für illegal erklärt.
1948
Mai
Justizminister Christos Ladas wird von einem Mitglied einer illegalen
Organisation ermordet, weil er 18 Linke hinrichten ließ. Als Vergeltung
befiehlt die Regierung die Exekution von 200 Ex-Partisanen, darunter auch
Theodorakis' Freund Vassilis Zannos.
| Im
selben Monat verhaftet die Polizei Theodorakis, der wieder nach
Ikaria deportiert wird. Den Gefangenen wird eine Reueerklärung
zur Unterschrift vorgelegt. Diejenigen, die nicht unterschreiben,
erwartet die Deportation auf die Insel Makronisos an der Ostküste
Attikas.
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2. Verbannung auf Ikaria
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1949
Ende
Januar Theodorakis wird zusammen mit anderen Mitgefangenen ins
»Umerziehungslager« auf
Makronisos verlegt. Die Niederlage der Partisanen
ist abzusehen.
Oktober
Ende des Bürgerkriegs. |

Makronissos,
wortwörtlich, die "große Insel" |
© Asteris Koutoulas & Guy Wagner, 1996-2002. Das
© gilt ebenfalls für alle Bilder (Archiv Theodorakis "Filiki").
Übernahme nur nach Genehmigung und mit Link auf die Theodorakis Homepage
möglich!
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