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Odysseas Elytis





Odysseas Elytis
Odysseas Elytis ist das Pseudonym von Odysseas Alepoudhieis.

Der Dichter wurde 1911 in Herakliion auf Kreta geboren. Die Familie, die ursprünglich aus Lesbos stammte, zog 1914 nach Athen, wo Elytis sein Studium anfing. Er unterbrach aber seine Studien, um sich ganz seinen literarischen und künstlerischen Interessen zuzuwenden. Er lernte den ersten Verteidiger des Surrealismus in Griechenland kennen, den Dichter Andreas Embirikos, der sein Freund fürs Leben wurde.

1935 veröffentlichte es seine ersten Gedichte in Nea Ghrammata (Neue Literatur) und nahm auch im selben Jahr - mit Collagen - an der ersten internationalen Surrealismus-Ausstellung in Athen teil. 1936 und 1937 veröffentlichte es eine Gedichtssammlung unter dem Titel Prosanato lizmos (Orientierungen) in Makedhonikes Imeres (Mazedonische Tage), die 1939 als Buch unter dem Titel I klepsídhres tou ahnóstou (Sanduhr des Unbekannten) erschien, gefolgt 1943 von Ilios o prostos (Sonne die Erste). Elytis war einer der herausragendsten Dichter den griechischen Widerstandes und des Kampfes für die Freiheit, Seine tiefgehenden Erlebnisse schilderte er in: Ásma iroikó ke pénthimo yia ton haméno anthipolohaghó tis Alvanías (Heroischer und elegischer Gesang für den Unterleutnant, der im Albanienfeldzug verloren ging), 1945.

Nachdem dem Krieg erhielt Elytis mehrere Verpflichungen im Interesse der Allgemeinheit (unter anderem war er Programmleiter im griechischen Rundfunk) und, neben Literatur- und Kunstkritiken, veröffentlichte er sehr wenig während mehr als 10 Jahren.

Das 1948 begonnene Werk, Axion Esti (Würdig ist / Gepriesen sei), erschien erst 1959. In den Jahren 1948-52 lebt Elytis in Paris und war viel auf Reisen. In Paris schloss er Freundschaft mit Autoren wie Breton, Eluard, Char, Jouve und Michaux und mit Künstlern wie Matisse, Picasso und Giacometti. Der poetische Zyklus Axion Esti (mit einleitenden Worten aus der Griechisch-Orthodoxen Liturgie) wird allgemein als Elytis' größtes Werk anerkannt. In mehrere Sprachen übertragen, erhielt es 1960 den Nationalen Preis für Poesie.

1964 hat Mikis Theodorakis das Werk erfolgreich vertont.

Zu seinen rezenteren Arbeiten - die in einigen Fällen, von ihm selbst oder seinen Freunden Picasso Matisse, Ghika, Tsarouchis und anderen illustriert wurden - zählen: Exi ke miá típsis yia ton uranó (Sechs und ein Gewissensbiss für den Himmel) 1960, O ílios o iliátoras (Herrscherin Sonne) und To Monoghramma (Monogramme), beide von1971, Ta ro tou érota (Rho des Eros) 1972, Villa Natacha 1973, Maria Neféli 1979, und eine Essaisammlung mit einer sehr persönlichen Note: Anihtá hártia (Offenes Buch) 1974.

Odysseas Elytis erhielt 1979 den Nobelpreis für Literatur.

Er starb 1996.

Auf Deutsch sind von ihm u.a. erschienen: Körper des Sommers. Ausgewählte Gedichte. Neugriechisch u. deutsch. Übertr. Antigone Kasolea u. Barbara Schlorb. St. Gallen: Tschudy Verlag 1960. - Sieben nächtliche Siebenzeiler. Griechisch-Deutsch. Übertr. Gunter Dietz. Darmstadt: J.G. Blaschke Verlag, 1966. - To Axion Esti (Gepriesen Sei). Übertr. Gunter Dietz. Hamburg: Claassen Verlag, 1969.





Siehe: Axion Esti
Siehe: Kleine Klykladen





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