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"Melos” für Soloklavier





Tatiana Papageorgiou
Die zwölf “Melos” stellen eine der neuesten Kompositionen von Mikis Theodorakis dar. Sie fußen auf zwei Zyklen von Liedern: “LYRICOTERA” (Die Lyrischsten; Gedichte von Dionyssis Karatzas, 1995) und “LYRICOTATA” (Die noch viel Lyrischeren; Gedichte von Yannis Theodorakis, 1996).

Die Pianisten Themis Symboulopoulos und Tatiana Papageorgiou haben mit dem Komponisten zusammen an der Ausarbeitung der Fassung für Klavier gearbeitet, deren Uraufführung in der Interpretation von Tatiana Papageorgiou im Mai 1998 in der Queen Elizabeth Halle von London stattfand.

Wie schon die Titel der Zyklen zeigen, drückt Theodorakis eine überquellende Lyrik in diesen Werken aus. Er bezeichnet übrigens die ganze Periode seines Schaffens, die von 1987 bis heute geht, als “lyrisch.” Während ihr hat er einige seiner wichtigsten Werke komponiert, insbesondere seine drei lyrischen Tragödien: “Medea”, “Elektra” und “Antigone.”

Mit den zwölf “Melos” für Klavier legt Theodorakis einen letzten Beitrag auf den Altar der Melodie (daher der Titel “Melos”), der er von seinem ersten bis zu seinem allerletzten Werk treu gedient hat.

Die melodische Welt von “Melos” wird von unerwarteten harmonischen Wandlungen geprägt, die dem Ende des Werkes einen onirischen Charakter geben.

Im Gegensatz zur Strenge und Herbheit, die wir in den “Präludien” für Klavier finden, kehrt der Komponist mit “Melos” zur pianistischen Sprache der Romantiker zurück und kleidet ihre musikalischen Ideen in neue Harmonien und Rhythmen.

Ein weiteres Werk, das sich auf diesen zwei Zyklen stützt, ist die Rhapsodie für Violoncello und Orchester, uraufgeführt im Oktober 1998 an der Philharmonie in München unter der Leitung des Komponisten.


© 2000. Deutsche Fassung: Guy Wagner



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