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Sonatine für Klavier (1955)





Manos Hadjidakis: Ihm ist die Sonatine gewidmet
Der "Syrtos Chaniotikos" steht am Ursprung sowohl der Sonatine für Klavier als der Sonatine Nr.1 für Violine und Klavier.

Er beruht – wie hätte es anders sein können? – auf Liedern und Tänzen aus Kreta, insbesondere aus der Gegend von Chania, dem Hauptort, der nur 7 Kilometern entfernt ist von Galata, dem Heimatdorf von Theodorakis' Vater... und so finden wir diese auch in den Nachfolgekompositionen wieder.

Zuerst ging der „Syrtos“ ein in die Sonatine Nr.1 für Violine und Klavier, danach in die Sonatine für Klavier, die in Paris entstand und im August 1955 im Cortot-Saal des „Conservatoire National“ aufgeführt wurde. Mit diesem Werk von kretischer Inspiration reagiert Theodorakis gegen die „Herrschaft der extremen Dodekaphonik“ (Theodorakis) bei seinen Kollegen.

Sie ist noch virtuoser als die Violinsonate und stellt solche Anforderungen an die Interpreten, „dass ihre öffentlichen Darbietungen sich auf den Fingern einer Hand zählen lassen“ ( id.).

Der erste Satz, „Vivo“, ist eine Weiterführung und eine Entwicklung des „Syrtos“, die den Schwerpunkt auf die diatonischen Akkorde und auf die sehr anspruchsvolle pianistische Schreibweise legt. So gibt der Komponist sogar an, dass „alle weißen Tasten mit der flachen Handfläche zu spielen sind“.

Im Gegensatz dazu steht ein aus zwei „Intermezzos“ bestehender mittleren Teil, von denen das erste einen Augenblick der Träumerei darstellt, wo man das Echo der typisch griechischen Flöte am Klavier hört. Der zweite entwickelt eine Melodie in Quarten auf impressionistischen Akkorden.

Das Finale, ein „Allegro molto vivace“, ist von leuchtender Intensität. Die wichtigste Melodie von rhapsodischem Charakter, setzt neue Akzente, die intensiven abwechslungsreichen Rhythmen beruhen auf einer zyklischen Grundlage. Dieser von Virtuosität und Brillanz geprägte Satz ist eine neue Referenz an traditionelle kretische Tanz-Rhythmen auf der Grundlage von sich wiederholenden Motiven, diatonischen Übereinstimmungen und einer sehr virtuosen Schreibweise.

Wen wundert es, dass sich die musikalischen Grundlagen des Satzes in der brillanten Instrumentierung des „Zorba“-Balletts von 1988 wiederfinden?

Theodorakis hat übrigens die Sonatine seinem "lieben Freund Manos Hadjidakis" gewidmet, dessen Name hier erstmals in Bezug auf Theodorakis' Schaffen hier erstmals auftaucht.


© 2000 - Auf der Grundlage von Notizen von Tatiana Papageorgiou

SONATINE FÜR KLAVIER, AST 99
A mon cher ami Manos Hadjidakis
Komposition: 1955 in Paris
Sätze:
1. Vivo - Poco meno - Tempo primo
2. Intermezzo I. Lento
3. Intermezzo II. Andante
4. Allegro molto vivace - Andantino - Tempo primo - Poco sostenuto - Andantino - Piu mosso
UA: 30.1.1956, Ecole Normale à Paris
Yorgos Hatzinikos, Klavier



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