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1949-1952


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Makronissos - Militärdienst 1949-1952


Chronologie (V)

Theodorakis - Chronologie (V)

Makronissos - Militärdienst 1949-1952

von Guy Wagner und Asteris Koutoulas

nach Ole Wahl Olsen

Illustrierung: Guy Wagner

1949

Winter Mikis Theodorakis wird auf Makronissos im Lager D, bei den »Unbeugsamen« festgehalten, im Zelt E5, »oberhalb aller anderen, links außen, am Ende der Dritten Abteilung«.

Januar-Februar Ermordung von fast 5000 Gefangenen auf Makronissos. Sie werden zur »Umerziehung« in einer ins Meer mündenden Schlucht versammelt, wo das Feuer auf sie eröffnet wird. Die Überlebenden werden aufgefordert, eine »Gesinnungserklärung« zu unterschreiben, wodurch sie in die Armee aufgenommen werden können. Zum Schluß sind noch 35 Gefangene am Leben, von denen später 15 hingerichtet werden.

26.03. Theodorakis erleidet furchtbare Folterungen durch die Sicherheitspolizisten. Er wird geschlagen, geprügelt; ein Soldat trampelt auf ihm herum, bis er bewußtlos zusammenbricht. Da er noch lebt, kann die Folter weitergehen. Der Erzquäler Loris bricht ihm in einem Wutanfall das rechte Bein. Die Schindereien gehen fast drei Wochen weiter. Ein Gefangener rettet ihn: »Ihr begeht ein Verbrechen. Sein Kopf ist voll Musik.«. Theodorakis wird in todkrankem Zustand nach Athen ins Militärhospital 401 gebracht. Dort bringt man die Sterbenden hin: Makronissos darf nicht zu oft als Sterbeort genannt werden.

Während der Monate April und Mai liegt Theodorakis im Spital: »Drei Rippen waren gebrochen, das rechte Knie ausgerenkt, das rechte Auge blutunterlaufen, und das Wichtigste, die halbe Lunge kaputt.« (M.T.). Er erhält trotzdem weitere Schläge, weil er sich bei einem Besuch von Papagos beschwert hat.

Ende Mai wird Theodorakis verurteilt, nach Makronissos zurückzukehren.

Zwischen Juli und August leidet Theodorakis, wieder auf Makronissos deportiert, unter Krämpfen und Ohnmachtsanfällen. Eines Abends wird er von seinen Schindern lebendig eingegraben und nur durch Zufall von einer Patrouille gerettet.

Er erleidet erneute Folterungen, wird als Sterbender zurückgelassen, von einem Soldaten in eine Höhle geschleppt und gepflegt. Dieser schickt eine Nachricht an Theodorakis' Vater. Jorgos Theodorakis gelingt es, seinen Sohn aufs Festland zurückzuholen.

Es folgt die provisorische Entlassung als Invalide und der erste Aufenthalt auf der Heimatinsel Kreta.
Doch Theodorakis muß erneut die  »Falanga«-Folterung durch die Gendarmen in Chania über sich ergehen lassen.
Seine Mutter erleidet einen Nervenzusammenbruch.

15.10. Offizielles Ende des Bürgerkriegs.

1950

Theodorakis besteht das Abschlußexamen am Athener Konservatorium »cum laude«.

05.05. Uraufführung von »Das Fest von Asi-Gonia« am Athener Konservatorium.

Sommer: Verpflichtung zum Militär nach Alexandropoulis an der türkischen Grenze.

1951

Theodorakis schluckt Schießpulver, um vom Militärdienst befreit zu werden, fällt ins Koma und erwacht erst wieder im Militärhospital 423 in Thessaloniki. Dort wird er in die Abteilung der Geisteskranken überwiesen. Wieder hilft der Vater. Mikis kommt nach Athen und von da nach Kreta, wo er seinen Dienst abschließt.

August Gründung der Vereinigten Linken EDA.

1952

Entlassung aus der Armee. Theodorakis wird bis 1960 am »Makronissos-Fieber« leiden, das, von Lähmungserscheinungen begleitet, ihn tagelang ans Bett fesselt.

Besuch im Hospital 401

Besuch des Vaters und von Myrto im Hospital 401 

 

 

Militärhospital 401

Im Militärhospital 401

 


Makronissos Aug.49


Makronissos, August 49

© Guy Wagner und Asteris Koutoulas, 1996-2002. Das © gilt ebenfalls für alle Bilder (Archiv Theodorakis "Filiki").
Übernahme nur nach Genehmigung und mit Link auf die Theodorakis Homepage möglich!


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